Gelsenkirchen

Stimmen zum Jugendforum in Gelsenkirchen:

„Ich wünsche mir, dass die Vorschläge, die heute erarbeitet wurden, in die Politik einfließen.“
Alicia, 22

„Ich wünsche mir neben der zeitintensiven Schularbeit mehr Zeit für das Ehrenamt.“
Josi, 17

„Ich fände es klasse, wenn das Ehrenamt viel bekannter wird und mehr Menschen darauf aufmerksam werden.“
Tobias, 21

„Das Ehrenamt sollte in die Schule integriert werden.“
Lea, 17

„Ich wünsche mehr ehrenamtliche Aktivitäten im Sportbereich.“
Emre, 17

„Ich wünsche mir kostenfreie Ausflüge in der Schule."
Alexandra, 14

„Ich wünsche mir mehr Freizeitmöglichkeiten in der Natur und auf Bauernhöfen in Gelsenkirchen.“
Michelle, 13

„Ich wünsche mir mehr Unterricht in freier Natur. Dort kann ich besser nachdenken, als in einem Raum ohne Luft und mit wenig Licht.“
Chantalia, 15

Kreative Forderungen auf dem Jugendforum Gelsenkirchen

Rund 70 Jugendlich trafen sich im weihnachtlich geschmückten Erich-Kästner-Haus zum Gelsenkirchener Jugendforum. Nach der Begrüßung teilten sie sich auf verschiedene Workshops auf.

Eine Gruppe befasste sich mit der Bedeutung von Freizeit und Ehrenamt. Die wichtigste Frage war, wie viel Zeit Jugendlichen neben Schule und Job noch für ein Engagement bleibt. Schnell war allen klar, dass die Zeit, sehr knapp ist. Daher müsse Schule neu erfunden werden. Schule und Ehrenamt sollten fächerübergreifend und praxisnah kooperieren. Eine langfristige Integration von Ehrenamtsprojekten an Schulen sei dabei sinnvoll. Darüber hinaus forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlose Bildung für alle.

Angeregte Diskussionen entstanden vor allem im Workshop, der sich mit dem Übergang von der Schule zum Beruf auseinandersetzte. Die Jugendlichen waren der Meinung, dass es zu früh sei, im Alter von 15 oder 16 grundlegende Entscheidungen für die Zukunft zu fällen. Ein Teilnehmer sagte: „Was kann ich denn dafür, wenn ich nicht weiß, was ich werden will?“

Genau an dieser Frage müsse Schule ansetzen und versuchen, den Jugendlichen so früh wie möglich Orientierung zu bieten. Darüber hinaus benötigten junge Menschen Zeit und Raum für die Berufsfindung.

Hinterfragt wurde auch die Bedeutung von Noten. Schlechte Zensuren bedeuteten nicht, dass diese Person auch schlecht im Berufsleben werde. Gefordert wurde daher,  dass Unternehmen nicht nur auf die Noten achten, sondern auch auf die Persönlichkeit der Jugendlichen eingehen.

Im Workshop zu außerschulischen Lernorte war vor allem eins sehr wichtig: Es müsse mehr Ausflüge in der Schule geben, die zudem grundsätzlich kostenlos sein sollten. Außerschulische Lernorte sollten mehr Fördergelder erhalten. Als geeignete Ziele und Plätze wurden zum Beispiel Bauernhöfe, Museen, Zoos, Jugendheime und Orte in der Natur genannt.

Der Workshop rund um mehr Beteiligungschancen in Politik und Öffentlichkeit erarbeitete eine Reihe von Forderungen. So soll das Wahlalter  abgesenkt werden und es mehr direkte Demokratie im Internetgeben. Zudem sollte die Einflussmöglichkeiten für Schüler/innenvertretungen erhöht werden.

Im Workshop zu Umwelt und Ernährung diskutierten die Jugendlichen über Massentierhaltung und Tierversuche und forderten deren Abschaffung. In Schulen solle es einmal täglich eine kostenlose warme Mahlzeit und einmal pro Woche einen vegetarischen Tag geben.

Eine der zentralen Fragen des Antirassismus-Workshops war, was Jugendliche gegen Rassismus unternehmen können. Gefordert wurde ein Verbot der NPD, eine frühe Aufklärung in der Schule und Infoveranstaltungen zum Thema Rassismus. Darüber hinaus seien strengere Strafen für Neonazis und ein Engagement in antirassistischen Gruppen nötig.

Die letzte Workshop-Präsentation wurde von Jugendlichen vorgetragen, die zum Thema Selbstbestimmung folgende zentralen Punkte herausgearbeitet haben. Sie fordern eine stärke Gleichberechtigung zwischen Jungen und Mädchen, mehr Frauen in die Politik und weniger Einmischung bei Entscheidungen von Eltern und Lehrer/innen.

Jugendpolitik in Gelsenkirchen geht in die zweite Runde

Anna Konrad, eine der Organisatorinnen des Jugendforums, war begeistert von so viel Interesse und Engagement der Jugendlichen. Jetzt werden die Ergebnisse an die örtliche Politik weitergetragen und im Arbeitskreis diskutiert.

Bilder:

Aus Gelsenkirchen berichteten:

Bettina Pudelko und Vanessa Weber

TERMIN JUGENDFORUM

12. Dezember 2013

ORT

Erich Kästner Haus

Frankampstr. 43
45891 Gelsenkirchen

Tel.: 0209-771202
-> E-Mail senden
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Veranstalter

Kinder- und Jugendforum Gelsenkirchen-Süd

Ansprechpartnerin:
Anna Janßen

Ansprechpartner:
Paul Erzkamp

Bochumerstraße 214
45886 Gelsenkirchen

Tel.: 0163-8727348
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